Warum blüht die Burgunder­blutalge?

Die Burgunderblutalge trägt ihren Namen zu Recht: Sie kann bei einem Massenvorkommen so intensiv auftreten, dass sie das Wasser rötlich färbt. Die zu den Blaualgen zählende Planktothrix rubescens bildet Zellfäden, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Die Farbe stammt von einem rötlichen Farbstoff, dank dem die Burgunderblutalge auch bei schwachem Licht Photosynthese betreiben kann. Im Bodensee lebt sie daher bevorzugt in etwa 15 Metern Tiefe, was ihr einen Vorteil gegenüber anderen Algen verschafft, die auf mehr Licht angewiesen sind.

Warum blüht die Burgunder­blutalge?

Die Burgunderblutalge trägt ihren Namen zu Recht: Sie kann bei einem Massenvorkommen so intensiv auftreten, dass sie das Wasser rötlich färbt. Die zu den Blaualgen zählende Planktothrix rubescens bildet Zellfäden, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Die Farbe stammt von einem rötlichen Farbstoff, dank dem die Burgunderblutalge auch bei schwachem Licht Photosynthese betreiben kann. Im Bodensee lebt sie daher bevorzugt in etwa 15 Metern Tiefe, was ihr einen Vorteil gegenüber anderen Algen verschafft, die auf mehr Licht angewiesen sind.

Ursachen für Massenvermehrung unklar

Obwohl in den Seen im Alpen- und Voralpenraum keineswegs selten, hat sich die Burgunderblutalge im Bodensee erst im Winterhalbjahr 2016/17 massenhaft vermehrt. Seither jedoch wurde sie nur noch in geringen Vorkommen nachgewiesen. Im Rahmen des Projekts «SeeWandel» wird derzeit nach möglichen Erklärungen für dieses Ereignis gesucht. Eine wichtige Rolle dürfte eine schwache Durchmischung des Sees im Winterhalbjahr spielen. Unter diesen Voraussetzungen können sich diese Algen besonders gut vermehren.

Burgunderblutalgen können in ihren Zellen giftige Substanzen produzieren, die potenziell auch für den Menschen gefährlich sind. Noch schätzen die Fachleute das Risiko aber als gering ein, dass größere Mengen während der Badesaison an die Wasseroberfläche kommen. Auch für das Trinkwasser besteht bei den üblichen Aufbereitungstechniken keine Gefahr. Im Zuge der Klimaerwärmung bleibt das Wasser im Herbst jedoch immer länger warm, zudem werden Durchmischungen seltener. Beides begünstigt die Entstehung von Burgunderblutalgenblüten – mit entsprechenden Konsequenzen für das Ökosystem und den Badebetrieb.

Zusätzliche Informationen:

Bild: Unter dem Mikroskop sind die bis zu mehreren Millimeter langen Zellfäden der Burgunderblutalge sehr gut zu erkennen. (Bild: Limnologische Station Kilchberg, Universität Zürich.)

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