Den Bodensee fest im Blick

Der Bodensee zählt weltweit zu den am besten untersuchten Seen. Zu verdanken ist das einer seit 1919 etablierten Gewässerüberwachung. Die IGKB, die das Seenmonitoring seit 1959 koordiniert, hat nun einen zusammenfassenden Bericht über das umfangreiche Monitoring erstellt. Darin sind nicht nur die bisherigen Aktivitäten dokumentiert, sondern es werden auch Wege aufgezeigt, wie sich durch die Vernetzung der Monitoringprogramme künftige Herausforderungen noch besser meistern lassen.
Bodensee Fest Im Blick

Den Bodensee fest im Blick

Der Bodensee zählt weltweit zu den am besten untersuchten Seen. Zu verdanken ist das einer seit 1919 etablierten Gewässerüberwachung. Die IGKB, die das Seenmonitoring seit 1959 koordiniert, hat nun einen zusammenfassenden Bericht über das umfangreiche Monitoring erstellt. Darin sind nicht nur die bisherigen Aktivitäten dokumentiert, sondern es werden auch Wege aufgezeigt, wie sich durch die Vernetzung der Monitoringprogramme künftige Herausforderungen noch besser meistern lassen.

Die bedeutendsten Einflussfaktoren sind die vielfältigen Folgen der Klimaerwärmung sowie die Einwanderung gebietsfremder, invasiver Arten, hier vor allem der Quagga-Muschel. Um das aktuelle Ausmaß solcher neuen Einflussfaktoren richtig beurteilen zu können, sind verlässliche Daten unabdingbar – auch um ihnen mit angemessenen Maßnahmen begegnen zu können. Ein gutes Beispiel ist die starke Belastung mit dem Algennährstoff Phosphor in den 1970er und 1980er Jahren. Nur weil die Fachleute die dadurch entstehenden Gefahren für den See rechtzeitig erkannten, konnte verhindert werden, dass er kippt. Dazu war vor allem der Bau von Kläranlagen im Einzugsgebiet nötig.

 

Intensiveres Monitoring nötig

Der Bericht lässt keinen Zweifel daran, dass die aktuellen Herausforderungen eine Anpassung des bisherigen Monitorings nötig machen. Die Grundprogramme zur Überwachung des Sees sollen so oder so beibehalten werden, denn nur auf diese Weise lassen sich die Daten vergleichen. Untersuchungen, die häufiger und über eine längere Zeitspanne erfolgen, können die Veränderungen des Ökosystems deutlich besser abbilden. So auch im Flachwasser und in den Uferzonen, wo künftig weitere Monitoringkomponenten die Entwicklung von bodenlebenden Tieren (Makrozoobenthos) und von neu eingewanderten Arten dokumentieren werden.

Bild: Der Bodensee wird seit 1919 regelmäßig überwacht. Er gehört zu den am besten untersuchten Seen der Welt. (Bild: Hydra)

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Umfangreiche Untersuchungen

Um ein stehendes Gewässer von der Größe des Bodensees umfassend und ganzheitlich beurteilen zu können, ist eine ganze Reihe von Monitoringprogrammen erforderlich. Sie umfassen zwei wesentliche Teilbereiche: einerseits physikalische und chemische Parameter (wie z.B. Phosphat, Sauerstoff, Schadstoffe), andererseits auf der biotischen Seite die Wasserpflanzen (Makrophyten), das Phyto- und Zooplankton – also die im Freiwasser lebenden pflanzlichen und tierischen Kleinlebewesen – sowie die am Gewässerboden vorkommenden Tiere (Makrozoobenthos) und die auf Substraten aufsitzenden pflanzlichen Algen (Phytobenthos).

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