Fischbestände im Alpenrhein nehmen weiter ab

Der Alpenrhein ist der wichtigste Zufluss des Bodensees, doch sein Zustand ist alles andere als naturnah. Die Gründe: Der Fluss wurde begradigt und seine Ufer sind hart verbaut.

Fischbestände im Alpenrhein nehmen weiter ab

Der Alpenrhein ist der wichtigste Zufluss des Bodensees, doch sein Zustand ist alles andere als naturnah. Die Gründe: Der Fluss wurde begradigt und seine Ufer sind hart verbaut.

Es fehlen Vernetzungen mit Seitengewässern, und starke Abflussschwankungen, hervorgerufen durch Wasserkraftwerke (Schwall-Sunk), wirken sich negativ aus. Auen, die für diese Gewässerlandschaft eigentlich typisch wären – fehlen ganz.

Diese Defizite wirken sich auch auf den Fischbestand aus: Obwohl im Alpenrhein nach wie vor viele Arten existieren, sind die Fischdichten sehr gering. Das zeigt ein 2019 durchgeführtes Fischmonitoring. Dabei konnten insgesamt 18 Fischarten nachgewiesen und knapp 3000 Individuen gefangen werden – mehr als die Hälfte davon waren Strömer. Diese europaweit seltene, strenggeschützte Art konnte ihren Bestand gegenüber dem letzten Monitoring 2013 deutlich erhöhen. Die Bestände der meisten anderen Fischarten hingegen gingen teilweise deutlich zurück. Dies betrifft ebenso die eigentliche Leitfischart Bachforelle wie die standortfremden, nordamerikanischen Regenbogenforellen. Insgesamt, so das Fazit des Monitorings, ging der bereits sehr geringe Fischbestand in den vergangenen sechs Jahren weiter zurück. Bei den meisten Arten kann nicht mehr von selbst erhaltenden, stabilen Populationen ausgegangen werden.

Damit geschützte Arten erhalten und sich die Fischbestände erholen können, müssen dringend Maßnahmen zur Verbesserungen des Lebensraums im Alpenrhein umgesetzt werden. Denn, so der Monitoringbericht, „aufgrund der immer noch artenreichen Fischfauna besteht ein hohes Revitalisierungspotenzial“. Derzeit sind ökologische Verbesserungen sowohl im Rahmen des Projektes RHESI, bei der Aufweitung Maienfeld/Bad Ragaz, und auch auf der Grenzstrecke FL/SG in Planung.

Weitere Artikel

Achtung, blinde Passagiere!

Quagga-Muschel, Stichling, Kamberkrebs, Großer Höckerflohkrebs – diese invasiven Arten sind in den vergangenen Jahren in den Bodensee gelangt und gefährden die bestehenden Lebensgemeinschaften, wenn sie sich massenweise vermehren und etablierte Arten verdrängen oder deren Eier und Larven fressen. Hinzu kommen ökonomische Schäden: So besiedelt die Quagga die Trinkwasseranlagen der Wasserversorger am Bodensee, was Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro verursacht.

Mehr lesen

30 Fischarten im Bodensee

Das große Forschungsvorhaben «Projet Lac» hat die Besiedelung der Schweizer Gewässer mit Fischen untersucht – darunter auch den Bodensee. Die meisten Fischarten wurden im Mündungsbereich der Zuflüsse gefunden.

Mehr lesen

Renaturiertes Ufer bei Bregenz

Beton und Steine, soweit das Auge reicht: So sah das Bodenseeufer zwischen Begrenz und Lochau lange Zeit aus. Kein Wunder, verbarg sich unter den Steinen doch die sogenannte Genua-Pipeline. Sie wurde in den 1960er Jahren zum Transport von Rohöl zwischen Genua und Ingolstadt gebaut. In Österreich führte sie unter anderem direkt am Bodenseeufer entlang. Mitte 1997 wurde die Pipeline dann stillgelegt, und 2007 wurde das Teilstück entlang des Bodensees mit Beton verfüllt.

Mehr lesen