Umweltbildung: Den Bodensee ­erlebbar machen

Die Landesgartenschauen in Überlingen und Lindau boten der IGKB gute Gelegenheiten, den Besuchern das Ökosystem See nahezubringen.

Umweltbildung: Den Bodensee ­erlebbar machen

Die Landesgartenschauen in Überlingen und Lindau boten der IGKB gute Gelegenheiten, den Besuchern das Ökosystem See nahezubringen.

Das Interesse war groß: Bei schönem Wetter bildeten sich auf der baden-württembergischen Landesgartenschau in Überlingen lange Schlangen vor dem Ausstellungspavillon «Sehforelle – Wasserwelten des Bodensees». Wegen Corona musste die Besucherzahl in der lichtdurchfluteten Holzkonstruktion begrenzt werden. Und so dauerte es manchmal einige Zeit, bis man sich anhand der Informationstafeln ein Bild der vielfältigen Facetten des Ökosystems Bodensee machen konnte.

Dabei wurde nicht zuletzt deutlich, was mit dem Ausstellungstitel «Sehforelle» gemeint war: Die Besucherinnen und Besucher sollten mit eigenen Augen erleben, wie der Bodensee funktioniert – sehen also, wie sich die Tiere und Pflanzen die Lebensräume im See teilen und wie sie zusammenfinden. Der Fisch Seeforelle, der dem Pavillon seine langgezogene Form gab, diente dabei als Symbol für die Verknüpfung des Sees mit seinem Einzugsgebiet. Grund: Der begehrte Speisefisch lebt als erwachsenes Tier im See und wandert zum Ablaichen in seine Zuflüsse.

Vielfältig genutzter Bodensee

Wegen der Pandemie musste die eigentlich für 2020 geplante Veranstaltung in Überlingen um ein Jahr verschoben werden. Daher fiel sie mit der bereits regulär für 2021 vorgesehenen bayerischen Landesgartenschau zusammen, die am anderen Ende des Bodensees in Lindau stattfand. An dieser Ausstellung wurden die Informationen zum Bodensee unter dem Motto «Leben im am mit Wasser» in Form einer «Wissensfähre» dargeboten. Hier konnten Erwachsene und Kinder zum Beispiel durch Guckis schauen und sehen, wie vielfältig der Bodensee genutzt wird: als Wasserparadies für Urlauber, als Reservoir für Trink- und Brauchwasser, aber auch als Lebensraum für begehrte Speisefische. Andere Seebereiche wiederum sind wichtige Rückzugsorte für die Natur.

Vielfältig thematisiert wurden auch die aktuellen Herausforderungen für den See: Phosphor, Abfälle, Verdrängung heimischer Arten und Klimawandel – all diese menschlichen Einflüsse und ihre Folgen wurden unter anderem auf kleinen Infoplättchen geschildert, die sich anschaulich aus dem Modellsee ziehen ließen. Und am «SOS Wassertelefon» erteilten Fachleuten Auskunft, die eine besondere berufliche Verbindung zum Bodensee haben. Der bayerischer Umweltminister Thorsten Glauber zum Beispiel. Oder Bänz Lundsgaard-Hansen vom Schweizer Bundesamt für Umwelt und IGKB-Vertreter. Die IGKB zählte zu den Partnern der Ausstellung und so schilderte der Gewässerbiologe in seiner Audiobotschaft die Aufgaben der Organisation, die sich als Patin des Bodensees versteht: «Wir setzen uns für einen naturnahen See mit guter Wasserqualität und vielfältigen Wasserlebensräumen ein.»

Ausstellungspavillon Seeforelle Aussen
Der Ausstellungspavillon «Sehforelle» an der baden-württembergischen Landesgartenschau in Überlingen (Bild Header). Die «Wissensfähre» an der bayerischen Landesgartenschau in Lindau. (Bilder: Klaus Zintz)

Anschauliche Vermittlung von Umweltthemen

Trotz Einschränkungen wegen Corona und durchwachsenem Wetter boten die beiden gut besuchten Landesgartenschauen eine publikumswirksame Plattform, um das sensible Ökosystem Bodensee einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Mit all seinen Eigenarten, seinen Funktionsweisen sowie den Gefahren, die dem See drohen.

All diese Themen und ihre anschauliche Vermittlung gehört zu den Kernaufgaben der IGKB. Und so finden sich denn unter der Rubrik «Unterrichtsmaterialien» auch auf der IGKB-Webseite detaillierte Informationen zu Ökologie, Fauna, Flora, Fischerei, Wasserqualität, Wasserstand und weiteren interessanten Themen rund um den Bodensee.

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