Seemonitoring aus dem All

Umweltsatelliten der europäischen und amerikanischen Weltraumorganisationen ESA und NASA beobachten die Erdoberflächen mit verschiedenen Messsystemen. Dabei werden auch Seen erfasst. Vor allem für größere stehende Gewässer wie den Bodensee, liefern die «Augen im All» zeitlich dichte Informationen über den aktuellen Zustand.
Seemonitoring Aus Dem All

Seemonitoring aus dem All

Umweltsatelliten der europäischen und amerikanischen Weltraumorganisationen ESA und NASA beobachten die Erdoberflächen mit verschiedenen Messsystemen. Dabei werden auch Seen erfasst. Vor allem für größere stehende Gewässer wie den Bodensee, liefern die «Augen im All» zeitlich dichte Informationen über den aktuellen Zustand.

Wertvolle Zusatzinformationen

Die Sentinel-3-Satelliten der ESA etwa überfliegen den See jeden Tag, und ihre Messsensoren liefern eine räumliche Auflösung von 300 Metern. Eine zeitlich und räumlich derart gute Überwachung ist mit den aufwendigen Messungen und Probenahmen vom Schiff aus nicht möglich. Mit der satellitenbasierten Fernerkundung lassen sich beispielsweise Entwicklungen wie die Entstehung von Algenblüten umfassend abbilden. Das kann zwar die klassischen Vor-Ort-Messprogramme nicht ersetzen, aber wertvolle zusätzliche Informationen liefern.

 

Satelliten liefern Umweltinformationen

Wie man sich die Daten aus dem All zunutze machen kann, hat das Projekt SAMOSEE-BW gezeigt, das «Satellitenbasierte Monitoring von Seen in Baden-Württemberg». Die Umweltinformationen, die in diesem Rahmen erhoben werden, sollen in Zukunft nicht nur Fachleuten zur Verfügung stehen, sondern auch im Alltag genutzt werden.

Davon profitieren nicht nur die für die Überwachung der Seen zuständigen Behörden, sondern auch alle Bürgerinnen und Bürger, da sich mit Hilfe dieser Daten die Gewässerqualität besser kontrollieren lässt.

Für die Fernerkundung eignet sich besonders der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll-a, der in Algen enthalten ist. Diese färben das Wasser grünlich, was sich vom All aus gut erfassen lässt. Auch Trübung, Sichttiefe sowie Temperatur und Eisbedeckung sind gut vom All aus zu messen.

 

Problematische Algen erkennen

Und was für das Ökosystem See wie auch für Badegäste besonders wichtig ist: Die Satellitendaten geben Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass sich problematische Algen entwickeln und es zu sogenannten Blaualgenblüten kommt.

Bild: Mit multispektralen Methoden kann der Sentinel-2-Satellit der ESA die Chlorophyll-a-Konzentrationen im Bodensee erfassen. Die Farbskala reicht von tiefblau (0,1 Mikrogramm Chlorophyll-a pro Liter Wasser) bis zum hellgrünen Wert von 20 µg/l. (Quellen: ESA und ISF)

Weitere Artikel

Brückenbauerin zwischen Disziplinen und Welten

Der «Seespiegel» stellt Menschen vor, die am großangelegten Forschungsprogramm «SeeWandel» beteiligt sind. Die IGKB hat das Projekt mitentwickelt und gefördert. Diese Folge der Serie zeigt die Arbeit der Biologin Josephine Alexander.

Mehr lesen

Energieentnahme aus dem Bodensee

Noch nie war das Interesse an Alternativen zur fossilen Energie so groß wie heute. Zu den Sorgen ums Klima gesellt sich neuerdings die Abhängigkeit von russischem Erdgas. In dieser Situation richtet sich der Blick verstärkt auf die thermische Nutzung von Bodenseewasser. Der Bodensee ist ein riesiger Energiespeicher, der wirtschaftlich, ökologisch und energieeffizient zu Heiz- und Kühlzwecken genutzt werden kann. Das Potenzial wird heute bei weitem nicht ausgeschöpft.

Mehr lesen