Schlimmer Unfall auf einer Autobahnbrücke am Bodensee: Ein Tanklastwagen mit rund 30’000 Liter Diesel an Bord kippte um, schlitterte fast 100 Meter weit und verlor geschätzte 5’000 Liter Diesel. Das hat potenziell schlimme Folgen für die Umwelt, denn der Fluss, über den die Brücke führt, mündet nach vier Kilometern in den Bodensee.
Dieser Unfall hat glücklicherweise nie stattgefunden, doch er bildete im vergangenen Mai das sehr realistische Szenario für die internationale Stabsübung des Fachbereichs Schadensabwehr der IGKB. Hintergrund für diese immer wieder durchgeführten Übungen ist ein zentrales Anliegen der IGKB: Bevölkerung und Umwelt vor den Folgen von Havarien, Unfällen oder Störfällen zu schützen. Mit der Stabsübung sollte die internationale Zusammenarbeit bei den Einsatzorganisationen auf Basis des gemeinsamen Alarm- und Einsatzplanes der IGKB erprobt werden. Zudem sollte der Wissensstand erweitert werden, insbesondere was die Zusammenhänge zwischen Meteorologie, Klimawandel, Ökologie und Schadensabwehr betrifft. Und schließlich galt es, Führungsfahrzeuge und Einsatztaktiken zu testen.
Positives Übungsergebnis
Beim angenommenen Unfallszenario bestand Gefahr, dass sich ein ausgedehnter Ölfilm entlang des Flusses ausbreitet. Für den Bodensee selbst war ein großflächiger Ölteppich im Mündungsbereich anzunehmen so-wie eine entsprechende Gefährdung der Flachwasserzone und der dort lebenden Pflanzen, Tiere und Wasserorganismen.
Internationale Zusammenarbeit
Die im Vorfeld geplante Katastrophenschutzübung verlief positiv. Die vorgesehenen Meldewege wurden eingehalten, und der für den Bodensee zu erwartende Schaden konnte bestmöglich bekämpft werden. Für Sebastian Hellbock, den Leiter des Fachbereichs Schadensabwehr, war die Übung «ein voller Erfolg». Seine Erkenntnis: «Die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene erfolgt ohne Vorbehalte, mit viel fachlicher Expertise und absolut zielorientiert.»