Mikroplastik im Bodensee

Mikroplastik im Bodensee

Flüsse, Seen, Meere, Aueböden, Gebirge: praktisch überall, wo man danach sucht, findet sich Mikroplastik. Es ist zu einem festen Bestandteil unserer Umwelt geworden, wenn auch meist in sehr geringen Konzentrationen. Zwei Wege sind dabei wichtig: Zum einen werden kleine Plastikteile gezielt etwa in Reinigungs- und Schleifmitteln eingesetzt; zum anderen entstehen die Teilchen beim Abbau von Plastik, etwa durch mechanische Reibung oder UV-Licht. Fest steht, dass sich Mikroplastik in Tieren anreichern kann, so in Krebstierchen, aber auch in Fischen und Vögeln.

Auch im Wasser des Bodensees wurde Mikroplastik gefunden – und auch in Fischen, die daraufhin untersucht wurden. Allerdings lagen die gemessenen Konzentrationen im niedrigen Bereich. Nach dem heutigen Stand des Wissens ist bei den aktuellen Konzentrationen von Mikroplastik im See von keiner relevanten Beeinträchtigung für aquatische Organismen auszugehen. Und auch die Risiken für das Trinkwasser sind vernachlässigbar.

Mikroplastik stellt im Bodensee derzeit zwar kein prioritäres Problem dar, doch sein Eintrag in die Gewässer sollte möglichst vermieden werden. Um dies zu erreichen, muss an den Eintragsquellen angesetzt werden, damit so wenig wie möglich Mikroplastik in die Umwelt gelangt. Mehr dazu findet sich im IGKB-Faktenblatt „Mikroplastik“ auf www.igkb.org.

Weitere Artikel

30 Fischarten im Bodensee

Das große Forschungsvorhaben «Projet Lac» hat die Besiedelung der Schweizer Gewässer mit Fischen untersucht – darunter auch den Bodensee. Die meisten Fischarten wurden im Mündungsbereich der Zuflüsse gefunden.

Mehr lesen

Renaturiertes Ufer bei Bregenz

Beton und Steine, soweit das Auge reicht: So sah das Bodenseeufer zwischen Begrenz und Lochau lange Zeit aus. Kein Wunder, verbarg sich unter den Steinen doch die sogenannte Genua-Pipeline. Sie wurde in den 1960er Jahren zum Transport von Rohöl zwischen Genua und Ingolstadt gebaut. In Österreich führte sie unter anderem direkt am Bodenseeufer entlang. Mitte 1997 wurde die Pipeline dann stillgelegt, und 2007 wurde das Teilstück entlang des Bodensees mit Beton verfüllt.

Mehr lesen

Achtung, blinde Passagiere!

Quagga-Muschel, Stichling, Kamberkrebs, Großer Höckerflohkrebs – diese invasiven Arten sind in den vergangenen Jahren in den Bodensee gelangt und gefährden die bestehenden Lebensgemeinschaften, wenn sie sich massenweise vermehren und etablierte Arten verdrängen oder deren Eier und Larven fressen. Hinzu kommen ökonomische Schäden: So besiedelt die Quagga die Trinkwasseranlagen der Wasserversorger am Bodensee, was Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro verursacht.

Mehr lesen