...

Editorial

Editorial

Roland Duelli

(Obmann der internationalen Kläranlagennachbarschaft Bodensee, ehemaliger Betriebsleiter der Kläranlage Kressbronn)

Zum 20. Mal jährt sich heuer die Tagung der internationalen Kläranlagennachbarschaft Bodensee. Hier treffen sich die Betriebsleiter und Klärmeister von 23 direkt am See gelegenen Kläranlagen aus der Schweiz, Österreich, Baden-Württemberg und Bayern.

Stellvertretend möchte ich die Anlagen in Altenrhein, Bregenz, Konstanz und Lindau nennen. Zusammen reinigen diese gemäß den aktuellen Vorgaben der Bodensee-Richtlinien das Abwasser von ca. 1,5 Millionen sogenannten Einwohnergleichwerten. Eine weitergehende Phosphorelimination ist dabei Standard. Mehrere Anlagen wurden auch schon um eine 4. Reinigungsstufe ergänzt, um schädliche Spurenstoffe aus dem Abwasser zu entfernen.

Seit dem Beginn der internationalen Zusammenarbeit vor über zwei Jahrzehnten darf ich als Obmann bei der Gestaltung der Tagung mitwirken. Im Vordergrund steht der fachliche Austausch – über Grenzen hinweg – von Erfahrungen aus dem Gewässerschutz und von aktuellen Entwicklungen der Kläranlagentechnik. Für diesen Austausch konnten immer wieder Leiter innovativer Projekte und Hochschulvertreter gewonnen werden. Bereits ein Leistungsvergleich der Kläranlagen untereinander schafft die Möglichkeit, Potential für Optimierungen zu erkennen.

Der Blick galt aber auch immer interessanten Themen rund um den Bodensee zum Beispiel dem Projekt «SeeWandel» und den Entwicklungen bei der Bodenseewasserversorgung. Breiter Raum wird jeweils auch dem persönlichen Austausch eingeräumt. Dabei können Probleme und Lösungen des nicht immer einfachen Alltags auf den Kläranlagen im Detail besprochen werden. Über die Jahre hinweg haben sich dadurch viele Freundschaften gebildet. Der Schutz des Bodensees als gemeinsames Ziel lässt uns beim Einsatz für eine saubere Umwelt alle am selben Strang ziehen. Ich wünsche der internationalen Kläranlagennachbarschaft weiterhin eine rege Beteiligung, viele fachliche Erkenntnisse und persönliche Begegnungen.

Weitere Artikel

Politisches Interesse am Bodensee

Die IGKB ist eine gefragte Gesprächspartnerin der Politik. So werden ihre Fachexpertinnen und -experten nicht nur regelmäßig für Informationen zu Gewässerschutz und Wasserqualität angefragt, die…

Mehr lesen

IGKB-Bericht zu Wirbellosen Neozoen

Seit dem Jahr 2002 werden die wasserlebenden gebietsfremden wirbellosen Tierarten untersucht. Und seit 2024 widmet sich ein seeweites Langzeit Monitoringprogamm diesen sogenannten Neozoen.

Mehr lesen

Renaturierung abgeschlossen

Im Jahr 1966 ging sie in Betrieb, 1997 wurde sie stillgelegt: Die Ölpipeline von Genua nach Ingolstadt führte zwischen Bregenz und Lochau direkt am österreichischen Bodenseeufer entlang. Danach begann die Renaturierung dieses Uferabschnitts – in Etappen. Das Ziel: das bestehende, hart mit Mauern und Steinen verbaute Ufer sollte so weit wie möglich in ein ökologisch wertvolles Flachufer verwandelt werden. Außerdem wollte man an dieser beliebten und stark frequentierten «Pipeline-Strecke» Radler und Fußgänger auf getrennten Wegen führen.

Mehr lesen