...

Schwimmende Seminare

Schwimmende Seminare

Eine Schifffahrt und Wissen miteinander verbinden: Das ist das Motto der Schwimmenden Seminare, bei denen während einer Fahrt über den Bodensee spannend und unterhaltsam interessante Informationen über dessen Ökosystem vermittelt werden. Die Vorträge sind im regulären Fahrpreis enthalten. Angeboten werden diese Naturerlebnisseminare auf dem See seit fast vierzig Jahren in den Sommermonaten von der baden-württembergischen Akademie für Natur- und Umweltschutz in Zusammenarbeit mit dem Seenforschungsinstitut und den Bodensee-Schifffahrtsbetrieben.

Die Seminare stoßen auf Interesse und halten für viele Teilnehmende einige Überraschungen bereit, so Carina Dambacher, die Seminar-Referentin. Allgemein bekannt sei, dass der Bodensee rund fünf Millionen Menschen mit Trinkwasser versorge. Weniger verbreitet sei hingegen das Wissen über die negativen Auswirkungen des Klimawandels: «Darüber haben sich viele Gäste der Schwimmenden Seminare noch keine Gedanken gemacht.» Sie freuten sich eher über die angenehmen Badetemperaturen und die längere Badesaison. Doch diese Entwicklung hat eine Kehrseite:
So ist unter anderem das Zeitfenster kürzer geworden, das dem See im Winterhalbjahr zur Verfügung steht, um seine Sauerstoffreserven in der Tiefe aufzufüllen.

Der Klimawandel hat zahlreiche weitere Auswirkungen, die dem See zu schaffen machen: von niedrigen Wasserständen bei Dürreperioden bis zu Hochwasser nach Starkregenfällen. Weitere Folgen sind unter anderem neu eingewanderte fremde Arten wie die Quaggamuschel. «Bei den Vorträgen wird vielen bewusst, dass es im See derzeit zu unumkehrbaren Veränderungen kommt, mit denen wir leben müssen», sagt Carina Dambacher. Zum Schluss gibt sie dem Publikum jeweils eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: «Die beste Voraussetzung für den langfristigen Schutz des Bodensees ist sein möglichst naturnaher Zustand – nur so ist er fit für die Zukunft.»

Weitere Artikel

Elektronisches Forschungsschiff

Vor 20 Jahren wurde die «Kormoran» in Dienst gestellt. Seither hat das Forschungsschiff des Instituts für Seenforschung, das zur Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg gehört, wertvolle Dienste geleistet. Von seiner vielseitigen Arbeitsplattform aus wurden routinemäßige Messungen und Probenahmen auf dem See sowie unzählige Sondereinsätze im Rahmen diverser Forschungsprogramme durchgeführt. Nun wurde geprüft, ob das Schiff mit einem klimafreundlichen Elektroantrieb ökologisch ertüchtigt werden kann.

Mehr lesen

Dynamische Prozesse im Uferbereich

Mit Hilfe eines Basismonitorings macht sich die IGKB ein Bild vom Wandel des Bodensees. Dabei werden auch die Verhältnisse am ökologisch besonders wichtigen Land-Wasser-Übergang dokumentiert.

Mehr lesen

Renaturierung abgeschlossen

Im Jahr 1966 ging sie in Betrieb, 1997 wurde sie stillgelegt: Die Ölpipeline von Genua nach Ingolstadt führte zwischen Bregenz und Lochau direkt am österreichischen Bodenseeufer entlang. Danach begann die Renaturierung dieses Uferabschnitts – in Etappen. Das Ziel: das bestehende, hart mit Mauern und Steinen verbaute Ufer sollte so weit wie möglich in ein ökologisch wertvolles Flachufer verwandelt werden. Außerdem wollte man an dieser beliebten und stark frequentierten «Pipeline-Strecke» Radler und Fußgänger auf getrennten Wegen führen.

Mehr lesen