Editorial

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Ich war der IGKB über Jahre als Sachverständige und Leiterin des Fachbereichs Einzugsgebiet verbunden. Nun trete ich von diesen Funktionen zurück und will eine kurze Standortbestimmung vornehmen.

Es sind gegenwärtig vor allem zwei Themen, die mich mit Blick auf den Bodensee beschäftigen: organische Spurenstoffe und aquatische Neozoen. Beide Phänomene stellen uns erst seit kurzem vor Herausforderungen. Und natürlich wären wir froh, weder im See noch in seinen Zuflüssen damit konfrontiert zu sein.

Spurenstoffe werden im See in sehr tiefen Konzentrationen gemessen, in den Zuflüssen liegen diese naturgemäß höher. Doch in beiden Umgebungen fragt sich, mit welchen Maßnahmen wir auf diese Verunreinigungen reagieren sollen. Wollen wir vorsorglich handeln oder erst wenn sich messbare Beeinträchtigungen zeigen? Ich finde es sehr positiv, dass die Bodensee-Anrainerstaaten in diesem Punkt zu einer gemeinsamen Position gefunden haben und sowohl vorsorge- als auch risikobasierte Ansätze als wichtig erachten. Das zeugt von der hohen Qualität der in der IGKB geleisteten Arbeit.

Im Bereich der invasiven Neozoen, beschäftigt uns zunehmend die Quagga-Muschel. Die IGKB spielt bei diesem Thema ihre Stärke als länderübergreifende Organisation aus, denn sowohl beim Monitoring wie bei der Sensibilisierung für diese Problematik braucht es Koordination. Besonders gefreut haben mich in diesem Zusammenhang die Flyer- und Plakataktion der IGKB aber auch eine breit beachtete Medienveranstaltung bei uns im Kanton Thurgau.

Beide angesprochenen Themen werden die IGKB noch lange beschäftigen – und nicht nur sie. Es wird neue Themen geben, die den Gewässerschutz am Bodensee vor Herausforderungen stellen. Die Arbeit der IGKB bleibt also weiterhin spannend. In diesem Sinn wünsche ich allen, die sich für unseren einzigartigen Bodensee und seiner Zuflüsse einsetzen, alles Gute und auch in Zukunft viel Erfolg!

Dr. Irene Purtschert, eh. Leiterin Abwasser, Amt für Umwelt Kanton TG

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