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Editorial

Der Bodensee ist ein Geschenk – ökologisch, wirtschaftlich und kulturell. Gleichzeitig steht er vor großen Herausforderungen: Invasive Arten, Klimawandel, aber auch die vielfältigen Ansprüche von Land- und Forstwirtschaft setzen ihn unter Druck. Nicht zu vergessen sind auch die Folgen von Tourismus, Industrie und Wärmenutzung. Vor allem aber…

Editorial

Dr. Christian Mikulla

Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft und Geologie im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Der Bodensee ist ein Geschenk – ökologisch, wirtschaftlich und kulturell. Gleichzeitig steht er vor großen Herausforderungen: Invasive Arten, Klimawandel, aber auch die vielfältigen Ansprüche von Land- und Forstwirtschaft setzen ihn unter Druck. Nicht zu vergessen sind auch die Folgen von Tourismus, Industrie und Wärmenutzung. Vor allem aber gilt es, die Trinkwasserversorgung zu sichern. Diese vielschichtigen Aufgaben verlangen gemeinsame, vorausschauende Lösungen.

Durch die IGKB setzt Bayern auch weiterhin auf eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit mit seinen Nachbarregionen. Nur im partnerschaftlichen Dialog lassen sich nachhaltige Antworten entwickeln – von präventiven Maßnahmen gegen invasive Arten bis zu klugen Strategien im Umgang mit wärmeren Sommern und veränderten Niederschlagsmustern. Zusammen möchten wir deshalb:

  • weitere Maßnahmen zur Eindämmung invasiver Arten forcieren, um das empfindliche Ökosystem zu schützen und die biologische Vielfalt des Sees zu bewahren,
  • mit der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Tourismus naturverträgliche Nutzungen erarbeiten, ergänzt durch innovationsfreundliche Ansätze für die Industrie und zur Wärmenutzung,
  • die (Not-)Verbundsysteme für die öffentliche Wasserversorgung über Grenzen hinweg weiterentwickeln, um mögliche Versorgungslücken schnell und sicher zu schließen.

Das bayerische Projekt SüSWasser wird ohne die Variante einer Bodenseewasserentnahme weiterbetrachtet. Das Ziel, die Versorgungssicherheit Nordbayerns künftig durch leistungsfähige Verbundleitungen sicherzustellen, verfolgen wir mit vier Varianten weiter. Mit Offenheit, Knowhow und partnerschaftlichem Miteinander können wir den Bodensee als Lebensraum und Ressource für kommende Generationen bewahren und gleichzeitig zukunftsfähig nutzen.

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