Zudem wurden die bisherigen Rekordpegelwerte für den Monat Dezember überschritten. Der ungewöhnlich rasche Pegelanstieg im Sommer war den Niederschlägen geschuldet, die ab dem 25. August aufgrund des sogenannten «Genuatiefs» im Einzugsgebiet des Bodensees fielen. Das führte in manchen Bächen und Flüssen zu Wasserabflüssen, wie sie nur alle fünf bis zehn Jahre vorkommen. Im Alpenrhein bei Diepoldsau etwa waren es im Maximum rund 2000 Kubikmeter pro Sekunde.
In der Folge schwoll der Bodensee rasant um etwa 80 Zentimeter an. Nach Angaben der baden-württembergischen Landesanstalt für Umwelt stieg der Pegel innerhalb von 48 Stunden in Konstanz seit Beginn der Messungen 1918 nur fünf Mal noch schneller an – allerdings noch nie so spät nach der Schneeschmelze. Die Regenmassen glichen allerdings nur das Defizit aus, das die Trockenheit der vorangegangenen Wochen im See verursacht hatte.
Es kam nicht zu einem Hochwasser, stattdessen wurde der langjährige Wasserstand nur leicht überschritten. Im November und Dezember zeigte sich aufgrund der langanhaltenden Niederschläge ein anderes Bild: In Bregenz etwa lag der Pegel mehr als einen Meter über dem langjährigen Durchschnitt. «Das wurde seit Messbeginn vor über 150 Jahren Mitte Dezember noch nie gemessen», konstatierte der Vorarlberger Landesrat Christian Gantner. Zu Schäden kam es allerdings nicht, da der Pegelstand des Sees in dieser Jahreszeit immer deutlich niedriger ist als im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze in den Alpen für hohe Wasserstände sorgt.
Noch nie stieg der Pegel im Sommer innerhalb kurzer Zeit so schnell an wie Ende August 2023. (Grafik: Amt der Vorarlberger Landesregierung)